Freitags predigt
Ramadan Moschee und das Leben:

Verehrte
Muslime!
In
dem Vers, den ich soeben rezitiert habe, spricht Allah: „Gläubige!
Euch ist das Fasten vorgeschrieben, wie es den Früheren
vorgeschrieben wurde; auf dass ihr gottesfürchtig werdet.“1 Der
Gesandte der Barmherzigkeit (s) verkündete im vorgetragenen
Hadis die frohe Botschaft: „Wer
im Ramadan mit aufrichtigem Glauben und in der Hoffnung auf Allahs
Lohn fastet, dem werden seine vergangenen Sünden vergeben.“2
Geschwister!
Werte Gläubige!
Das
Fasten, eines der fünf Grundpfeiler des Islam3,
ist ein Gebot unseres Herrn. Es gilt für jeden Gläubigen,
der religionsmündig ist und keinen religiös anerkannten
Entschuldigungsgrund wie Krankheit oder Reise hat.4
Das arabische Wort für Fasten lautet „Sawm“ und bedeutet wörtlich „sich enthalten“ oder „sich zurückhalten“. Es meint den Verzicht auf Essen, Trinken und Geschlechtsverkehr von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang.5 Doch das Fasten ist nicht nur die Beschränkung körperlicher Bedürfnisse. Es bedeutet, den eigenen Willen unter die Führung des Glaubens zu stellen. So soll unsere Zunge gegenüber der Lüge fasten, unsere Hand gegenüber dem Verbotenen und unsere Ohren gegenüber der üblen Nachrede.
Unser Prophet (s) warnt: „Wer das Lügen und das Handeln nach der Lüge nicht unterlässt – von dem braucht Allah nicht, dass er auf Essen und Trinken verzichtet.“6 Und er sagt: „Manch Fastende haben von ihrem Fasten nichts als Hunger und Durst.“7
Verehrte
Geschwister!
Den
edlen Charakter und die geistige Disziplin, die wir durch das Fasten
uns aneignen, vertiefen wir besonders an einem erhabenen Ort: in der
Moschee, den Häusern Allahs. Das diesjährige Ramadan-Motto
der DITIB lautet: „Ramadan,
Moschee und das Leben.“
Diese Gebetsstätten, die mit eurer Unterstützung errichtet
wurden, sind Zeichen für unseren Zusammenhalt und
Geschwisterlichkeit. Moscheen sind nicht nur Orte des Gebets. Sie
sind Schulen des Lebens, in denen Wissen vermittelt und guter
Charakter geformt und gefördert wird. Besonders während des
Ramadans nehmen unsere Moscheen eine völlig andere spirituelle
Atmosphäre an. Mit Jung und Alt, mit Frauen und Männern –
und besonders mit der lebendigen Freude der Kinder – wird der
Ramadan in den Häusern Allahs auf einzigartige Weise erlebt.
Werte
Gläubige!
Lasst
uns diesen Ramadan zu einem besonderen Ramadan machen – einem
Ramadan, den wir bewusst als Familien erleben. Lasst uns unsere
innige Verbindung zur Moschee erneuern. Vergessen wir nicht: Die
Moschee steht nicht am Rand des Lebens – sie steht in seinem
Zentrum. Beleben wir unsere Moscheen mit der Freude der
Terawih-Gebete und dem Segen der Muqabele. Doch wenn wir sie
betreten, sollen wir nicht nur unseren Körper, sondern auch
unsere Herzen mitbringen. Tragen wir die Barmherzigkeit, die
Aufrichtigkeit und die Wahrhaftigkeit, die wir in der Moschee
verinnerlichen, in unsere Familien, an unsere Arbeitsplätze und
in unsere Gesellschaft. So wie wir das Leben in die Moschee tragen,
so sollen wir die in der Moschee angeeigneten positiven Werte ins
Leben hinausstrahlen.
O Allah! Mach uns zu deinen Dienern, die den Ramadan nach Deinem Wohlwollen verbringen und von ihren Sünden geläutert werden.
Die DITIB-Predigtkommission Quellen:
1
Koran, Baqara, 2/183.
2 Buchari, Iman, 28.
3 Muslim, Iman,
21.
4 Koran, Baqara, 2/185.
5 Koran, Baqara, 2/187.
6
Buchari, Sawm, 8.
7 Ahmad Ibn Hanbel, 2/373.